Warum das Mischen verschiedener Kühlmitteltypen zu Schlammbildung, Überhitzung und wiederholten Ausfällen des Thermostats führen kann
Die chemische Zusammensetzung des Motorkühlmittels spielt eine komplexe Rolle für die Motorleistung. Moderne Kühlmittel werden anhand spezieller Formeln und Additivpakete, die auf bestimmte Anwendungsbereiche zugeschnitten sind, präzise entwickelt. Da diese chemischen Zusammensetzungen immer ausgefeilter und anwendungsspezifischer geworden sind, gewinnt die Aufrechterhaltung der Konsistenz des Kühlmittels und die Vermeidung einer Vermischung unterschiedlicher chemischer Zusammensetzungen zunehmend an Bedeutung.

Wird die chemische Zusammensetzung nicht aufrechterhalten, kann die Kühlflüssigkeit instabil werden, was zu einem Zerfall der Flüssigkeit, einer verminderten Schmierwirkung, Schlammbildung und sogar zu Verstopfungen führen kann. Im Betrieb kann dies zu Überhitzung, eingeschränkter Zirkulation, einer instabilen Temperaturregelung und wiederholten Ausfällen des Thermostats führen.
Für viele Techniker und Fahrzeugbesitzer deuten diese Symptome auf einen defekten Thermostat, ein defektes Thermostatgehäuse oder eine defekte Wasserpumpe hin. In manchen Fällen liegt die eigentliche Ursache jedoch bereits früher im Kühlmittel selbst.
Mischen Sie niemals verschiedene Kühlmitteltypen!
Warum die Kompatibilität von Kühlmitteln wichtig ist
Nicht alle Kühlmitteltypen sind für den gemeinsamen Einsatz ausgelegt. Herkömmliche IAT-, OAT- und HOAT-Kühlmittel verwenden unterschiedliche Inhibitorpakete und chemische Zusammensetzungen. Der Wortlaut des Muster-Mitteilungsblatts ist in diesem Punkt eindeutig: Viele IAT-, OAT- und HOAT-Kühlmittel sind nicht miteinander mischbar, und eine Vermischung kann zu einer gelartigen Substanz führen, die das System verstopft und weitreichende Schäden verursacht.
Diese Reaktion ist möglicherweise nicht sofort erkennbar. Ein Kühlsystem kann zunächst normal aussehen, dann aber nach und nach Verschmutzungen, einen verminderten Durchfluss und unregelmäßiges Temperaturverhalten entwickeln. Wenn es schließlich zu Überhitzung oder wiederkehrenden Problemen mit dem Thermostat kommt, kann die Instabilität bereits Auswirkungen auf die Kühlflüssigkeit und das Kühlsystem als Ganzes haben.
Aus diesem Grund sollte auch die Farbe des Kühlmittels allein niemals als Nachweis für die Kompatibilität herangezogen werden.
Was im Rahmen der Prüfung bewertet wurde
Um dieses Verhalten zu untersuchen, wurde herkömmliches IAT-Kühlmittel mit Violet OAT, Blue HOAT und Orange OAT gemischt und anschließend wiederholten Temperaturwechselzyklen bei etwa 105 °C ausgesetzt.


Das anfängliche Erscheinungsbild war kein verlässlicher Indikator. Die Unterschiede zeigten sich erst bei anhaltender Hitzeeinwirkung.
Die Ergebnisse waren eindeutig. Bei den Mischungen „IAT + Violet OAT“ und „IAT + Blue HOAT“ bildete sich ein gelartiger Rückstand, der nach oben wanderte und schließlich den obersten Flüssigkeitsspiegel in den Probengefäßen erreichte, während die Mischung „IAT + Orange OAT“ lediglich ein minimales Rückstandswachstum von 2 mm auf 3 mm aufwies.
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Was die Tests ergaben
Die Mischung aus IAT und violettem OAT bildete sichtbare, gelartige Rückstände. Die Mischung aus IAT und blauem HOAT wies eine stärkere Ablagerung auf. Die Mischung aus IAT und orangefarbenem OAT blieb vergleichsweise stabil. Diese Veränderungen gingen über eine bloße Verfärbung hinaus. Innerhalb der Flüssigkeit bildete sich Material, das eindeutig das Potenzial hatte, den Blutkreislauf zu beeinträchtigen.
Detaillierte Messungen verdeutlichen den Unterschied:
- IAT + Violet OAT: Der Rückstand stieg von 40 mm auf 60 mm an und erreichte anschließend die obere Flüssigkeitslinie.
- IAT + Blue HOAT: Der Rückstand nahm von 42 mm auf 70 mm zu und erreichte schließlich den obersten Flüssigkeitsspiegel mit einer dickflüssigeren, geleeartigen Konsistenz.
- IAT + Orange OAT: Der Restbetrag änderte sich lediglich von 2 mm auf 3 mm und blieb minimal.

Laboruntersuchungen ergaben, dass es bei der Vermischung von herkömmlichem IAT-Kühlmittel mit Violet OAT und Blue HOAT zu einer erheblichen Rückstandsbildung kam. Die Mischung aus IAT und Orange OAT blieb dagegen vergleichsweise stabil.

Bei der Durchflussbegrenzung wird das Problem erst wirklich deutlich
Anschließend wurde das Strömungsverhalten durch das Filtermedium hindurch untersucht. Hier führte die sichtbare Veränderung der Flüssigkeit zu einem direkten Risiko für das Kühlsystem.
Die blaue HOAT-Mischung versiegelte das Medium und ließ nach 20 Minuten keine Flüssigkeit mehr durch. Die violette OAT-Mischung ließ die Flüssigkeit mit spürbarem Widerstand durch und war erst nach 10 Minuten vollständig durchlässig. Die orangefarbene OAT-Mischung ließ die Flüssigkeit mit minimalem Widerstand durch.
Das ist von Bedeutung, denn sobald Schlamm oder gelartige Rückstände die Bewegung einschränken, handelt es sich nicht mehr nur um ein chemisches Problem. Es wird zu einem mechanischen und thermischen Problem. Der Kühlmittelfluss wird verringert. Die Wärmeübertragung wird beeinträchtigt. Das Ansprechverhalten des Systems wird instabiler.


Durchflussversuche bestätigten, dass die Mischung aus IAT und Blue HOAT das Medium nach 20 Minuten abdichtete, während die Mischung aus IAT und Violet OAT den Durchfluss mit spürbarer Einschränkung zuließ und die Mischung aus IAT und Orange OAT nur eine minimale Einschränkung aufwies.
Warum sich dies auf die Leistung des Thermostats und des Gehäuses auswirkt
Die Funktion des Thermostats hängt von einer gleichmäßigen Zirkulation des Kühlmittels und der Wärmeeinwirkung ab. Wenn sich im Kühlmittel Schlamm ansammelt, kann dies den Durchflussquerschnitt verringern, die Zirkulation beeinträchtigen und die normale Funktionsfähigkeit des Thermostats beeinträchtigen.
Im Betrieb kann dies zu folgenden Folgen führen:
- Überhitzung
- eingeschränkte Verbreitung
- instabile Temperaturregelung
- mangelhafte Heizleistung
- Wiederkehrende Beschwerden bezüglich des Kühlsystems nach dem Austausch von Bauteilen
Dies ist insbesondere in Systemen mit engerer interner Geometrie von Bedeutung, in denen kleinere Durchgänge weniger tolerant gegenüber Rückstandsbildung sind. In solchen Systemen kann bereits eine mäßige Verunreinigung erhebliche Auswirkungen auf die Leistung haben.
Was zunächst wie ein Defekt des Thermostats aussieht, kann tatsächlich auf ein Problem mit der Zusammensetzung des Kühlmittels zurückzuführen sein.
Warum dies bei modernen Thermostatgehäusesystemen von Bedeutung ist
Moderne Thermostatgehäuse leisten mehr als nur das Öffnen und Schließen des Kühlmittelstroms. Viele davon sind kompakte, anwendungsspezifische Baugruppen, die auf eine gleichmäßige Kühlmittelzirkulation durch engere interne Kanäle und ein kontrolliertes thermisches Ansprechverhalten angewiesen sind. Daher ist der Zustand des Kühlmittels von besonderer Bedeutung.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die TA1217-Thermostatgehäusefamilie. Sie spiegelt die Realität vieler moderner Kühlsystemkonstruktionen wider: kompakte Bauweise, anwendungsspezifische Temperaturregelung und geringere Toleranz gegenüber durch Verunreinigungen bedingten Einschränkungen. In solchen Systemen kann verunreinigtes Kühlmittel den Durchflussquerschnitt verringern, die Zirkulation beeinträchtigen und zu wiederholter Überhitzung oder zu Beschwerden im Zusammenhang mit dem Thermostat beitragen.

Anwendungsbeispiele für TA1217
. Wird unter anderem in folgenden Fahrzeugmodellen verwendet: Citroën C4, C5, DS4, DS5, Peugeot 308, 508, 3008, 5008, Ford Focus, Kuga, Mondeo, S-Max, Galaxy, Opel Grandland, Vivaro, Zafira sowie Toyota Proace.
Gängige Ersatzteilnummern für TA1217
, Citroën 9804160380, Citroën 9849443980, DS 9804160380, Ford 1876476, Ford 2264810, Ford DS7Q8A586AA, Ford DS7Q8A586AB, Opel 9804160380, Peugeot 9804160380, NRF 725439, Triscan 862028101, Vauxhall 9804160380, Vema 460435.
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